Erste Etappe: Von Zuerich nach
Trieste
Mitten im Winter nach Italien
zu fahren ist schon etwas verrueckt. Aber ich liess mir von den
Wiedrigkeiten nicht die Freude am Velofahren verderben. Weder vom Schnee
auf dem Ofenpass noch vom Dauerregen im Suedtirol.
Aber dass man das Zelten bei
diesen Bedingungen lassen sollte, habe ich inzwischen eingesehen. Als es
am dritten Tag zu regnen aufgehoert hatte und ich zum ersten mal in
Italien die Sonne sah, wurde ich so euphorisch, dass ich alle Bedenken
ueber Bord warf. Ich fand dann auch noch einen wunderschoenen Platz an
einem See, wo ich mein Zelt aufstellen wollte. Kaum hatte ich mich dort
ausgebreitet und mit Kochen begonnen, da fing es an, leicht zu regnen.
Bald schuettete es in Stroemen und so musste ich mein Zelt im Regen
aufstellen aber jetzt noch eine Herberge zu suchen, dazu hatte ich noch
weniger Lust. Es hoerte die ganze Nacht nicht auf und so wurde es
ziemlich nass und kuehl in meinem Schlafsack.
Am naechsten Tag hatte ich
erst am Nachmittag wieder so richtig warm. Bei einer Rast trocknete ich
meine Sachen so gut es ging.
Da diesmal der Himmel abends
ganz klar war, wollte ich es noch einmal versuchen mit campieren.
Diesmal blieb es trocken, dafuer bekam ich noch Besuch von der Polizei.
Sie wollten nur zum rechten schuauen und nahmen meine Personalien auf.
Gegen mein Nachtlager hatten sie nichts einzuwenden, aber mein Beutel
mit Verveine-Tee erregte ihr Misstrauen.
Die Nacht wurde dann doch
wieder ziemlich kalt, der Schlafsack wieder nass. Diesmal aber nicht
vom Regen, sondern vom Kondenswasser. So wachte ich immer wieder
frierend auf und sehnte den Morgen herbei. Als er endlich da war
schwoerte ich mir, erst in Israel wieder zu campieren.
Die Fahrt am naechsten Tag
war wieder wunderschoen. Zu meinem erstaunen konnte ich die meinste
Zeit auf einem Radweg fahren.
Nachdem ich in der jugi von
San Vito den Konfort eines warmen Bettes genoss, bin ich gestern in
Trieste angekommen. Heute fahre ich nach Monfalcone zurueck, von abends
mein Schiff anlegt. Ich freue mich ein paar ruhige, erholsame Tage und
bin gespannt, wie es sich an Board eines Frachtschiffes lebt.
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